synagoge neu

 56651 Niederzissen, Mittelstraße 30

 

Willkommen auf der Internetseite der Erinnerungs- und Begegnungsstätte und des jüdischen Museums in der ehemaligen Synagoge Niederzissen.

Nach der Renovierung der ehemaligen Synagoge und deren Eröffnung im März 2012 steht das Gebäude, das 1938 durch die Nationalsozialisten geschändet, entweiht und danach über 70 Jahre als Schmiede genutzt wurde, wieder der Öffentlichkeit offen.

Der ehemalige Synagogenraum wird insbesondere für kulturelle Veranstaltungen, wie Lesungen, Konzerte, Ausstellungen genutzt. Auch kann er für Veranstaltungen angemietet werden.

Innenraum

© Roland Rossner, Deutsche Stiftung Denkmalschutz, Bonn

 

Jüdisches Museum

Im angrenzenden ehem. Werkstattanbau befindet sich das jüdische Museum mit einer ständigen Ausstellung zur Geschichte des Synagogengebäudes, des jüdischen Lebens einst und jetzt, sowie des Gedenkens der aus der ehem. Synagogengemeinde deportierten Juden. Anhand der im Mittelpunkt der Ausstellung stehenden Niederzissener Genisafunde wird das vergangene jüdische Leben mit seinem typischen Lokalkolorit erzählt. Die Genisa-Objekte befinden sich in allen Themeneinheiten. Eine Installation mit ungezählten Schriftfragmenten an der Decke des Ausstellungsraumes verdeutlicht, wie umfangreich und unsortiert der Fund auf dem Dachboden war.

Ausstellung

Für die Ausstellung ist bewusst der Titel „Tagein tagaus“ gewählt, da die ausgestellten Objekte dem Alltag der Juden in Niederzissen entstammen und jüdischer Alltag bis heute durch eigene Bräuche und Festtage geprägt ist. Sie ist unterteilt in die Einleitung „Auf Jahr und Tag“ und die fünf Themeneinheiten „Alltag“, „Werktag“, „Festtag/Gedenktag“, „Anderntags“ und „Heutzutage“. Die Titel sind dem gängigen Sprachgebrauch entnommen, um jüdisches Alltagsleben als selbstverständliche Teilhabe darzustellen.

Auf Jahr und Tag:

Auf den Wandtafeln ist die Geschichte der Synagoge bis zur Einweihung als Erinnerungs- und Begegnungsstätte am 18. März 2012 dargestellt. Eine fortlaufende Bildershow zeigt die Renovierungsarbeiten und die Bergung der Funde vom Dachboden.

Alltag:

Der Themenbereich zeigt mittels historischer und moderner Objekte Facetten jüdischen Alltags, die damals wie heute Ausdruck gelebten Judentums sind. Der Ausstellungsbereich befasst sich mit den Lebensfesten, Glaube und Aberglaube, den Reinheitsgeboten und koscherem Essen. Das alltägliche Eingebunden sein der Juden ins soziale Leben, wie die Mitwirkung in Vereinen, findet hier ebenfalls Eingang. An dieser Stelle wird auch die nationalistische und patriotische Einstellung der Niederzissener Juden im Rahmen ihres Militärdienstes beleuchtet.

Werktag:

Dieser Bereich widmet sich den Tätigkeitsfeldern der Juden in Niederzissen und im Brohltal.

Festtag/Gedenktag/Todestag:

Das jüdische Jahr wird anhand eines jüdischen Kalenders, dem der gregorianische Kalender hinterlegt ist, begreifbar gemacht. Er ist überall dort abgebildet, wo es um die zeitliche Verankerung eines Fest- oder Gedenktages geht. Dabei ist der jeweilige Tag farblich hervorgehoben, auf den sich die Objekte in den Vitrinen beziehen. Basis des Judentums sowie der Fest- und Gedenktage ist die Tora, die Fünf Bücher Moses. Aus diesem Grunde bildet die Tora in dieser Einheit das optische Zentrum. Ein glücklicher Zufall ist es, dass hier ein Tora-Fragment aus der Genisa gezeigt werden kann.

tora

Anderntags:

Die Zeit des Nationalsozialismus umfasst die Aspekte Ausgrenzung, Verfolgung und Erinnerung. Neben Kopien von Originaldokumenten aus dem Kreisarchiv über Einzelschicksale, gibt ein Gedenkbuch Auskunft, das im jüdischen Kontext Memorbuch genannt wird. In diesem Memorbuch sind im Sinne des jüdischen Gedenkens an Verstorbene die Namen und Lebensdaten aller ermordeten und deportierten Juden des Brohltals aufgelistet. Eine beleuchtete Stellwand zeigt Bilder ehemals jüdischer Mitbürger, deren Lebensweg und Schicksal.

Deportation

Heutzutage:

Der letzte Themenbereich widmet sich dem heutigen jüdischen Leben in den zu Niederzissen nächstgelegenen Städten. In Form einer weiteren Bildershow wird hier die Lebendigkeit jüdischen Lebens in der Synagogengemeinde Köln vermittelt. Dieser Ausblick bildet das Ende der Ausstellung, die noch um eine geplante Hörstation erweitert wird.

Öffnungszeiten: Ab April 2018 ist die ehem. Synagoge an folgenden Sonntagen von 14.00 bis 16.00 Uhr zur Besichtigung geöffnet: 15.04., 13.05. (Tag der offenen Museen, geöffnet 13.00-18.00 Uhr), 03.06., 08.07., 12.08., 09.09. (Tag des offenen Denkmals, geöffnet 13.00-18.00 Uhr, Führungen 14.00 und 16.00 Uhr), 28.10. und 18.11.

Dezember bis März geschlossen (Führungen sind jedoch möglich)

Führungen: Termine für Führungen, individuelle und spontane Besichtigungen, auch in den Wintermonaten, nach Vereinbarung unter Telefon Kultur- und Heimatverein Niederzissen e.V.: 02636-6482 oder 0172-9744611 oder Kontaktaufnahme unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Tourist-Info Ferienregion Laacher See, Kapellenstr. 12, 56651 Niederzissen, Tel.: 02636-19433 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Der Eintritt ist frei. Spenden sind willkommen

 

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