Besuch der Synagoge in Niederzissen

Am 17. November 2025 besuchten wir, der Grundkurs Geschichte der MSS 12, begleitet von unserer Geschichtslehrerin Maria Adams die Gedenkstätte der ehemaligen jüdischen Synagoge in Niederzissen, die heute eine zentrale Erinnerungs- und Begegnungsstätte ist.

Vor Ort wurden wir von Brigitte Decker und Richard Keuler von der Gedenkstätte der ehemaligen Synagoge empfangen, die uns durch den Tag führten und fachkundig betreuten. Zu Beginn erhielten wir einen eindrucksvollen Einblick in die lange Geschichte der jüdischen Gemeinde in Niederzissen. In einem professionell gestalteten Museumsraum erfuhren wir mehr über die Entwicklung der Synagoge, die religiöse Kultur und die Ereignisse, die zur Zerstörung der örtlichen jüdischen Gemeinde und des Inventars der Synagoge in der Pogromnacht 1938 führten. Nach 1938 wurde das Gebäude der ehemaligen Synagoge selbst als Schmiede genutzt und erst ab 2012 restauriert. Im Zuge dieser Restaurierungsarbeiten konnten auf dem Dachboden der Synagoge zahlreiche Dokumente sichergestellt werden. Einzigartige Funde aus der Genisa (versteckter Aufbewahrungsort für nicht mehr genutzte heilige Schriften und Objekte), die einen zentralen Teil der Ausstellung bildeten, faszinierten uns besonders.

Ein wesentlicher Teil unseres Besuchs war die Arbeit mit historischen Quellen: In Kleingruppen beschäftigten wir uns mit persönlichen Schicksalen einzelner Menschen aus Niederzissen, die aufgrund ihrer jüdischen Religion oder aus politischen Gründen verfolgt und ermordet wurden. Im Rahmen der Recherche durften wir offizielle und private Dokumente, wie z. B. persönliche Briefe, Kennkarten, Gefängnisakten und -urteile sowie Deportationslisten aus verschiedenen Konzentrationslagern untersuchen. Diese Quellenarbeit ähnelte der Tätigkeit professioneller Historikerinnen und Historiker und ließ uns die historischen Zusammenhänge besser verstehen.

Insgesamt war der Besuch für uns sehr informativ und auch bewegend. Durch die persönlichen Gespräche mit den Mitarbeitenden vor Ort sowie die Auseinandersetzung mit individuellen Schicksalen wird uns die Exkursion in Erinnerung bleiben.

Sarah Kusber (Grundkurs Geschichte, MSS 12)