Akkordeon-Virtuose Alexandre Bytchkov begeisterte erneut
Einen Hörgenuss der besonderen Art erlebten jetzt die Besucher des Akkordeonkonzertes in der ehemaligen Synagoge Niederzissen. Acht Jahre nach seinem ersten Konzert landete der veranstaltende Niederzissener Kultur- und Heimatverein mit der Verpflichtung des aus St. Petersburg stammenden und vielfach ausgezeichneten Akkordeon-Virtuosen Alexandre Bytchkov erneut einen Volltreffer. Mit einem klangvollen Auftakt und der von ihm selbst für Akkordeon bearbeiteten Toccata und Fuge in Moll von Johann Sebastian Bach zeigte Bytchkov gleich zu Beginn sein ganzes Können. Dieses bedeutende Werk der Orgelmusik erklang orgelgleich mit der tollen Akustik in der ehem. Synagoge.
Nach weiteren Musikstücken des Barocks, wie dem Ave Maria von Giulio Caccini aus dem 17. Jahrhundert, der Sonate in C-Dur von Domenico Scarlatti und der romantischen Serenade „Schwanengesang“ von Franz Schubert, wechselte der begnadete Musiker zu volkstümlicher russischer Musik und erreichte mit dem Stück „Da eilt die Postkutsche“ und der Melancholie der traditionellen Musik die Herzen der Zuhörer. Langsam beginnend, sich im Rhythmus steigernd, mit vernehmbarem Pferdegalopp und dem Klingen der Glöcklein an der Kutsche, fühlten sich viele Besucher ins alte Russland versetzt, wie auch bei der Romanze von G. Sviridov.
Beim Ausflug in die Welt der französischen Chansons mit „C’est si bon“ von Henry Betti, den „Regenschirmen über Cherbourg“ von Michel Legrand und einem „Musette – Potpourri“ summten und sangen die begeisterten Konzertbesucher mit und erfreuten auch den Musiker mit ihrer Unterstützung. Danach gelang Bytchkov genial der Übergang ins musikalische Werk Astor Piazzollas mit dem „Tango pour Claude“ seines Schülers Richard Galliano, dem „Tico-Tico no Fubá von Zequinha de Abreu und ganz besonders mit „Libertango“, dem bekanntesten Werk Piazzollas. Als Reminiszenz an den Veranstaltungsort spielte der Musiker auch ein Klezmer-Potpourri mit dem Hinweis, dass seine jüdische Großmutter einst aus der Weite Russlands nach St. Petersburg gekommen sei.
Zur großen Freude der Zuhörer intonierte Bytchkov auch deutsches Liedgut und forderte mit „Über den Wolken“ von Reinhard Mey und „Für mich soll‘s rote Rosen regnen“, von Hildegard Knef gesungen, zum Mitsingen auf. Als Zugabe spielte der Musiker das Volkslied „Mein Hut, der hat drei Ecken“ in zahlreichen musikalischen Variationen.
Die nächste Veranstaltung findet am Sonntag, 28. Juni, 17.00 Uhr, mit dem Duo Doina statt. Der Eintritt beträgt 16 EUR. Kartenreservierung beim Kultur- und Heimatverein Niederzissen e.V., Tel.: 02636-6482 oder unter info@khv-niederzissen.de.
Bilduntertext: Alexandre Bytchkov beim eindrucksvollen Konzert in der ehem. Synagoge Niederzissen. Foto. Richard Keuler

